Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

Sie befinden sich hier >
Meldung vom 30.07.2010 07:31:00
Luftrettungslehrgang im Steinwald

30.07.2010 - Der dreitägige Luftrettungslehrgang der Bergwacht-Regionen Bayerwald und Fichtelgebirge startete am gestrigen Mittwoch im Steinwald. Unter der Leitung des verantwortlichen Ausbilders für Luftrettung der Bergwacht, Armin Leuchter aus Bergkirchen, üben rund 50 ehrenamtliche Bergwachtangehörige die Luftrettung im Echteinsatz. Ziel der Übung ist die schnelle und sichere Windenbergung im unwegsamen Gelände. Im Einsatz dabei, ein Hubschrauber der Polizeihubschrauberstaffel aus Roth vom Maschinentyp Eurocopter (EC) 135 mit Außenwinde.

Der Steinwald mit seinem schwierigen Gelände neben den Wanderwegen und den verschiedensten Felsenformationen bot für die Lebensretter aus der Luft ein ideales Übungsfeld. Wie Ausbilder Armin Leuchter sagte, müsse bei einer Windenbergung von Verletzten in diesem Gelände die Bergretter und die Besatzung des Hubschraubers der Polizei Hand in Hand arbeiten, um sowohl das Unfallopfer als auch die Rettungsmannschaft den Einsatz sicher und ohne Komplikationen verlaufen zu lassen. „Denn nur die ständige Übung kann im Ernstfall die Sicherheit aller Beteiligten garantieren“, so Leuchter.

 

Bevor es ins Praktische ging, wurde zu Beginn des Lehrgangs Wert auf eine ausführliche Kontrolle der Ausrüstungsgegenstände sowie auf die Sicherheitsunterweisung der teilnehmenden Bergwachtler gelegt. Als zu Bergende stellten sich die Mitglieder der Bergwacht als „Opfer“ zur Verfügung. Startpunkt beziehungsweise Landeplatz der Übung war das Haus der Bergwacht in Pfaben, wo auch später die Aufgewindeten wieder abgesetzt wurden. Der Einsatzschwerpunkt lag in der Felsenformation Zipfeltanne, nahe Pfaben.

Dort wurden die Luftretter mit dem Eurocopter verbracht und abgewindet, um die Verletzten zu versorgen. Die Retter der Bergwacht mussten dabei den Luftrettungsbergesack vorbereiten und die Person „flugtauglich“ einpacken. Je nach Gesundheitszustand der „Opfer“ wurden sie alleine oder mit dem Retter wieder nach oben gezogen und zur weiteren Versorgung zum Landeplatz geflogen. Vom ganzen Einsatz her sei es aber nach Leuchter sehr wichtig, dass die Kommunikation unter den Beteiligten stimme.

„Wie die Übung zeigt, sind nicht nur im Hochgebirge Luftrettungseinsätze notwendig“. Denn die Rettung am Boden könne aufgrund des unwegsamen Geländes mehrere Stunden dauern und gerade hier sei der Einsatz des Hubschraubers gerechtfertigt. „Es kostet nämlich auch den Rettern jede Menge Kraft, mit Material zu Fuß zum Unfallort zu gelangen und mit dem Verletzten wieder zum Einsatzfahrzeug zurückzukehren“, so der Ausbildungsleiter. 

Mit diesem Lehrgang soll den Bergwachtmitgliedern die Aus- und Fortbildung auch in den bayerischen Mittelgebirgsregionen Bayerwald, Fichtelgebirge, Frankenjura und Rhön ermöglicht werden. Wie Leuchter sagte, haben die Teilnehmer bereits Vorbereitungstrainings im Zentrum für Sicherheit und Ausbildung (ZSA) der Bergwacht Bayern in Bad Tölz am weltweit einzigartigen Flugsimulator hinter sich. „Dort werden Standarts trainiert und wiederholt, die ins Blut übergehen“. Nur so können die Bergwachtler auch im Notfall in Stresssituationen Rettungen durchführen.

Beim Training im Steinwald wurden für die Bergwachtangehörigen mögliche Einsätze im Echtflugbetrieb durchgeführt, um den Umgang mit planmäßigem Bergrettungsgerät, das Verhalten am und im Hubschrauber sowie die Zusammenarbeit mit der Hubschrauberbesatzung üben. „Das sind realitätsnahe Einsatzübungen mit dem Ziel der optimalen Durchführung von Rettungseinsätzen im Ernstfalle“, so der Ausbildungsleiter. Einen besonderen Dank sprach er dabei der Polizeihubschrauberstaffel Bayern als Kooperationspartner der Bergwacht, sowie der Bergwacht Fuchsmühl für die Betreuung vor Ort aus. Von den Fähigkeiten der Retter im Zusammenspiel mit der Hubschrauberstaffel zeigte sich auch der stv. Leiter der ZRF-Leitstelle Nordoberpfalz, Jürgen Meyer begeistert. 

Bericht und Bilder: Jochen Neumann

ILS Nordoberpfalz 2018 | Impressum | Telefon: +49 (961) 38833-0 | leitung@ils-nordoberpfalz.de