ILS Nordoberpfalz

Der Deoroller als Notfall

Meldung vom 25.02.2019 Bin ich hier im falschen Film? Bei so manchem Anruf sind 2018 auch erfahrene Disponenten in der Integrierten Leitstelle baff.

Tote und Verletzte, Lebensgefahr und Zeitnot sind Alltag für die Disponenten in der Integrierten Leitstelle. Wenn es um Leben und Tod geht, hilft nur professionelle Distanz. Die ist allerdings nicht immer zu wahren, wenn kuriose Anrufe in der Zentrale auflaufen.

ILS-Sprecher Jürgen Meyer kennt genügend Beispiele, die die Jahresbilanz 2018 schillernd machen. Bei einigen der 85842 eingegangenen Gespräche bestätigte sich die Volksweisheit, dass der Tierpark des Herrn mitunter doch recht groß ist.

Etwa wenn ein Mann um Hilfe bittet, weil er sich von einem seltsamen Licht bedroht fühlt, das plötzlich am Himmel aufgetaucht ist. Vor Ort stellt sich diese unheimliche Erscheinung als ein Phänomen namens Mond heraus. Und weil die ILS unter der Nummer 112 an 365 Tagen 24 Stunden lang geöffnet hat, weiß sie bestimmt auch Rat, welche Postleitzahl eine bestimmte Straße in Regensburg hat. Das wollte eine Frau wissen. Tja, die 112. Schon Vorschüler lernen, dass dies die richtige Adresse in Notfällen ist. Allerdings muss man der Erzieherin nicht alles glauben. Ein Fünfjähriger machte den Praxistest und quetschte den Disponenten aus, ob er es wirklich mit den Rettungskräften zu tun hat.

Nerviger ist eine Dame aus dem Kreis Tirschenreuth, die im vergangenen Jahr 528Mal anrief. „Sie spürt zu uns eine innige Verbundenheit“, nennt es Meyer. Da die Gute aber unter Betreuung steht, ist sie auch durch eine Anzeige kaum von ihrer Sehnsucht nach der Nummer 112 abzubringen.

Bin ich hier im falschen Film? Bei so manchem Anruf sind 2018 auch erfahrene Disponenten in der Integrierten Leitstelle baff.

Eine andere Frau, ebenfalls aus dem Kreis Tirschenreuth, hat ein ganz spezielles Motiv, die Feuerwehr auf den Plan zu rufen. Als die eines Tages anrückte, um einen Brand in der Einrichtung zu löschen, in der die Frau lebt, verfiel sie einem gutaussehenden Floriansjünger. Also löste sie immer wieder mal den Alarm aus, in der Hoffnung, ihr Schwarm ist beim Löschtrupp wieder mit von der Partie. Ebenfalls drollig war das Problem eines Flossenbürgers. „Bitte schicken Sie mir Handysuchhunde, ich hab mein Smartphone verloren.“ Apropos Handy: Mitleid hat ein 14-Jähriger verdient, dessen Handyguthaben aufgebraucht war. Könnten Sie mich zu meiner Oma durchstellen, damit sie mich abholt?“ Lebenshilfe und zoologische Kenntnisse verlangte ferner ein Mann, der plötzlich mit einer Brotzeitdose vor der Tür stand. Er wollte wissen, um welche Tiere es sich darin handelt. Meyer verrät es: Filzläuse.

Zimperlich dürfen Notfallsanitäter eben nicht sein. So wie beim Fall eines Pärchens, dem ein Malheur beim Liebesspiel passierte. Ein dabei eingesetzter Deoroller rutschte in eine Körperöffnung und saß plötzlich fest. Doch bevor es beim vergeblichen Versuch, ihn herauszuholen, zu Verletzungen kam, leistete die ILS professionellen Beistand – ganz nach ihrem Leitspruch „Sicherheit ist unser Job“.