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Größerer Rettungshubschrauber für die Nordoberpfalz

Meldung vom 18.08.2020 Seit zehn Jahren ist in Latsch der Rettungshubschrauber stationiert. Nun musste der Betreiber neu ausgeschrieben werden.

Auf die inneren Werte kommt es dem Rettungszweckverband bei der Partnerwahl für den Hubschrauber-Standort an. Im neuen Modell H 145 haben nicht nur Ärzte, Sanitäter und Patienten mehr Platz, sondern auch jede Menge Geräte, die noch in der Luft Leben retten können.

Der neue Betreiber des Helikopter-Rettungsdiensts in der Nordoberpfalz ist der Alte: die DRF Luftrettung aus Filderstadt. Sie setzte sich bei der turnusmäßigen Neuvergabe gegen einen Mitbewerber durch, dessen Name zwar keiner bestätigt, den aber jeder kennt - den ADAC. "Wir haben uns für das beste Gesamtpaket entschieden", begründet Alfred Rast die Wahl. Er ist Geschäftsleiter beim Zweckverband für Rettungswesen und Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz (ZRF) und hat die Ausschreibung in Auftrag gegeben.

Zuvor habe man bewusst hohe Einstiegshürden gesetzt, um nur zuverlässige Anbieter auf den Plan zu rufen. Das waren am Ende eben zwei, von denen die DRF Luftrettung als Sieger hervorging.

Als Gewinner fühlen sich auch der ZRF und die Notärzte aus Amberg und Weiden, die mit dem Helikopter zu Unglücksorten fliegen. Denn die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen in Bayern, die mit der DRF die Einsätze abrechnet, hat den Wunsch der Nordoberpfälzer durchgewinkt, eine größere Maschine anzuschaffen. Somit wird ab dem 1. April 2021 weiterhin ein rot-weißer Hubschrauber am Himmel zwischen Naab und Vils zu sehen sein, allerdings ein größeres Modell. Der jetzige Helikopter "Christoph 80" vom Typ EC 135 wird durch einen H145 ersetzt. Er ist größer, moderner und sicherer. Mit der H145 steigt der Rettungsdienst gleichwohl in eine andere Liga auf - die von Regensburg, Nürnberg und München. "Wir sind damit eine der ganz wenigen Stationen außerhalb von Großstädten," sagt Dr. Jürgen Altmeppen, Leitender Hubschrauberarzt Christoph 80.

 

 

Der fliegende Rettungswagen hat es in sich: Er hat deutlich mehr Platz als der EC 135. Das bedeutet, dass Arzt und Sanitäter nicht mehr nur bis Hüfthöhe an den Patienten rankommen. Er hat Vorrichtungen für die ECMO (extrakorporale Membranoxygenierung), eine kleine Herz-Lungen-Maschine. Zudem können erstmals Blutkonserven mitgenommen werden. Ferner ist ein "learning seat" vorhanden, den angehende Notärzte oder Notfallsanitäter besetzen können. Oder Spezialisten wie Kardiologen oder Kinderärzte. Apropos Kinder: Der neue Helikopter verfügt über einen Inkubator zum Transport von Säuglingen. Auch vor diesem Hintergrund haben die Kliniken in Amberg und Weiden eine neue Kinderanästhesistin eingestellt, erklärt Altmeppen.

Piloten können bleiben

Auch der Latscher Stationsleiter Peter Flor atmet auf. Er und seine Pilotenkollegen Martin Anz und Emil Hüttemann können ihre Jobs behalten. Wäre der ADAC zum Zug gekommen, hätte der seine eigene Crew mitgebracht. Den H 145 ist Flor noch nicht geflogen, er ist aber neugierig auf die Schulungen. "Das ist das Modernste, was wir so haben." Dazu gehört auch, dass der Helikopter auf Autopilot umschalten kann, sollte der Mann am Steuer einmal selbst in Schwierigkeiten geraten. In der Luft wird das neue Modell für Laien vorerst nicht vom alten zu unterscheiden sein. Erst in anderthalb bis zwei Jahren, sagt Altmeppen. Dann werde auf fünf Rotorblätter umgerüstet. Der Nebeneffekt soll am Boden zu spüren sein: Der Flug wird leiser.