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Integrierte Leitstelle zieht Bilanz: 2020 mehr Notfälle mit Kindern

Meldung vom 09.03.2021 Auch im Coronajahr 2020 meldet die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz (ILS) eine Vielzahl von Einsätzen. Manche haben direkt mit dem Virus zu tun, andere nur indirekt. Ein Auszug aus der mitunter überraschenden Statistik.

Einmal im Jahr laden die Integrierte Leitstelle und der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz zur Pressekonferenz ein, um die Einsatzzahlen und Schwerpunkte des vergangenen Jahres darzulegen. Beim Treffen, coronabedingt im Gustl-Lang-Saal der Max-Reger-Halle, wird deutlich: Hinter den Rettungskräften der Nordoberpfalz liegt ein einsatzreiches Jahr 2020. Auf die Zahlen im Einzelnen gehen ILS-Leiter Jürgen Meyer und die kommissarische stv. Leiterin Sarah Müller ein.

■ Notfälle mit Kindern: Massiv zugenommen haben die Notfälle, die Kinder betreffen. 794 Einsätze weist die Statistik aus. Meyer und Müller sprechen von der höchsten Zahl an Kindernotfällen seit 40 Jahren. Der Anstieg um 19 Prozent im Vergleich zu 2019 ist aber nicht auf häusliche Gewalt zurückzuführen, wie man in einem Coronajahr vielleicht vermuten könnte, sondern hat damit zu tun, dass die Kinder in diesem Jahr mehr zu Hause waren. Es handelt sich zum Beispiel um Verbrühungen mit heißem Tee oder ein Kind ist beim Spielen auf eine Tischkante gefallen.

■ Atmung: Bei 2067 Einsätzen (plus 10,8 Prozent im Vergleich zu 2019) im Jahr 2020 ging es um die Atmung, davon war bei 1194 die Atmung vital bedroht. Diese Zahl ist laut Jürgen Meyer auf die Corona-Monate März und April zurückzuführen.

■ Mehr Bergrettungen: Ebenfalls nach oben kletterte die Zahl der Bergrettungen. Hier gab’s einen Anstieg der Fälle um 88 Prozent. 24 Personen mussten aus unwegsamen Gelände gerettet werden, es gab drei Vermisstensuchen und einen Skiunfall. Meyer führt das darauf zurück, dass die Leute nicht in den Urlaub gefahren sind, aber dafür viel im Wald waren.

■ Weniger Schlägereien: Ein Positives hatte das Coronajahr 2020. Da es keine größeren Feste gab, sind die Einsätze aufgrund von Schlägereien um 31 Prozent zurückgegangen. 88 sind es laut Statistik.

■ Im Wasser in Not: Da im Sommer einige Freibäder geschlossen blieben, suchten viele Abkühlung in einem See oder Weiher. Das Resultat: 32 Wasserrettungen (plus 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Dazu zählen auch jene, die dabei verstorben sind. „Wären die Menschen im Freibad gewesen, hätten sie sicher überlebt“, sagt Meyer.

■ Thema Suizid: Dagegen war das Thema Suizid präsenter denn je. „Die Leute sind zwar offener als früher und melden sich, wenn sie ein Problem haben“, sagt Jürgen Meyer. Dennoch stiegen diese Einsätze 2020 um 27 Prozent an. Bei 212 Einsätzen spielte der Suizidgedanke eine Rolle, 90 mal rückten die Rettungskräfte wegen eines Suizidversuchs aus.

■ Weniger Verkehrsunfälle: Leichte Rückgänge verzeichnet die ILS bei Verkehrsunfällen ohne eingeklemmte Personen (706), kleine Technische Hilfeleistungen (2686) und Wohnungsöffnungen (313).

■ Notfall oft in diesen Straßen: Trotz aller Notfälle gibt es auch die Zahlen, die eher zum Schmunzeln anregen. Am häufigsten führten die Einsätze in eine der vielen Neustädter Straßen in der Region. Rang zwei belegt die Neue Amberger Straße und auf Platz drei die Christian-Seltmann-Straße.

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