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Kein Corona-Bonus, aber mehr Entgelt

Meldung vom 21.12.2020 Zu Lob und Dank für das großartige Engagement in der Coronakrise kommt nun endlich etwas Zählbares: Die Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle und des Zweckverbandes erhalten einen kleinen „Bonus“. Zudem werden sie entlastet.

Geschenke gibt es bei der vorweihnachtlichen Verbandversammlung des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz nicht zu verteilen. Obwohl die Mitarbeiter des Zweckverbandes, zu dem auch die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz gehört, mit den Rettungskräften, Ärzten und Krankenschwestern im Zentrum der Belastungen durch die Corona-Pandemie stehen, gibt es für sie keinen bayerischen Corona-Bonus von 500 Euro.

Leistungsentgelt erhöht

Verbandsvorsitzender Landrat Andreas Meier und Geschäftsleiter Alfred Rast fanden, einstimmig unterstützt von den zwölf Verbandsräten, doch eine Möglichkeit, um die Leistungen in der ILS und im Zweckverband zumindest etwas honorieren zu können: Sie beschlossen die einmalige Erhöhung des Leistungsentgeltes um vier Prozent, die 2021 ausbezahlt wird.

Die hierfür benötigten Mittel von insgesamt rund 35.000 Euro wurden bereits im vergangenen Jahr „angespart“: Da 2019 die Stellennach- und Neubesetzung nur mit deutlichem zeitlichen Verzug möglich waren, wurde dies durch Überstunden und Urlaubsübertragungen kompensiert, so dass allein bei den Personalkosten „Minderausgaben“ von rund 135.000 Euro erreicht wurden. Da das Personal in diesem Jahr durch Corona sowie die Vorbereitungen der Kampfmittelbeseitigung auf dem Areal der SpVgg SV in Weiden (kompletter Umzug nach München und zurück) über Gebühr gefordert war, so dass Fortbildungen und Reisen ausfallen mussten, ergibt sich eine weitere Einsparung von 28.000 Euro.

3,5 zusätzliche Vollzeitstellen

Bereits zum 31. Dezember 2019 musste die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz mit Sitz in Weiden 3747 Überstunden und 373 Urlaubstage ins Jahr 2020 übertragen. „Und dann kam Corona“, so Zweckverbandsvorsitzender Andreas Meier mit Blick auf den gewaltigen Arbeitsanfall. Im Auftrag des Zweckverbandes hat die Firma Forplan Dr. Schmiedel GmbH im Juli ein aktuelles Personalbedarfsgutachten für die Disposition (nicht Verwaltung) der ILS Nordoberpfalz erstellt. Dabei wurden, so erläuterte ZRF-Geschäftsleiter Alfred Rast, die „regelhaft notwendigen Tischbesetzzeiten und der hierfür erforderliche Personalbedarf anhand des Anrufaufkommens und der Einsatzzahlen der Jahre 2018 und 2019 nach den gesetzlichen Vorgaben und wissenschaftlich anerkannten Methoden ermittelt.“ Klar ist: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Obwohl die Grundlagen noch vor der Coronakrise ermittelt wurden (2018/2019 wurden über 82.000 Anrufe zur ILS gezählt), ergibt sich ein zusätzlicher Personalbedarf von 3,5 auf nunmehr 23 Vollzeitstellen bei den Disponenten. Einstimmig beschloss die Verbandsversammlung diese überfällige Stellenanhebung. Zwei der 7,5 Schichtleiter der ILS sind aufgrund betriebsärztlicher Feststellung nicht mehr für den Nachtdienst geeignet. Somit komme es auch unter Berücksichtigung von Urlaub und Krankheiten beim Nachtdienst zu Besetzungsschwierigkeiten. Deshalb muss eine der Disponentenstellen zur Schichtleiterstelle angehoben werden. Auch dies segneten die Verbandsräte einstimmig ab.

Schulden und Rücklagen

Der Rettungszweckverband plant das Jahr 2021 ohne Neuverschuldung. Er startet allerdings mit 2,55 Millionen Euro an Verbindlichkeiten ins neue Jahr. Der Schuldendienst (Zins und Tilgung) wird über die Verbandsumlage finanziert.

Hier haben die Landkreis Neustadt und Tirschenreuth sowie die Stadt Weiden zu schlucken, denn die Verbandsumlage soll von 1,719 Millionen Euro (2020) auf 2,099 Millionen (2021) und dann sogar auf 2,1 Millionen Euro (2023) steigen. Zugleich versucht der Zweckverband – mit einem Gesamthaushalt von fast 5 Millionen Euro im nächsten Jahr – nun durch die Bildung von Rücklagen die eigene Finanzkraft wieder zu stärken, um etwa den alle fünf Jahre fälligen Austausch der Hardware in der ILS zu schultern.

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