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Rettungswagen für Wernersreuth

Meldung vom 31.01.2019 Die Entscheidung ist gefallen: Der zusätzliche Rettungswagen im östlichen Landkreis Tirschenreuth kommt nach Wernersreuth. Mit einer Gegenstimme folgte die Verbandsversammlung damit der Beschlussvorlage.

Im Vorfeld der Sitzung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Nordoberpfalz hatte es Diskussionen um den Standort gegeben. Denn Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer hatte seine Stadt wieder ins Gespräch gebracht.

Bei der Zusammenkunft am Donnerstag, den 31. Januar 2019 im Landratsamt erläuterte daher ZRF-Geschäftsleiter Alfred Rast noch einmal ausführlich Rechtsgrundlage, Detailanalysen und Gutachtenergebnisse. „In Neualbenreuth wird sowohl in absoluter wie auch relativer Zahl die Fahrzeit in vielen Fällen überschritten. Es handelt sich um ein Distanzproblem“, verwies er auf die Zahlen des Beobachtungszeitraums von 1. April 2017 bis 31. März 2018.

(von links) Stellvertretende Geschäftsleiterin Renate Nastvogel, zweiter stellvertretender Verbandsvorsitzender Kurt Seggewiß, Verbandsvorsitzender Andreas Meier und erster stellvertretender Verbandsvorsitzender Wolfgang Lippert lauschen den Ausführungen von Geschäftsleiter Alfred Rast. Er erläuterte noch einmal die Empfehlung für einen Rettungswagen-Standort in Wernersreuth.

Zusätzlicher Stellplatz

Dagegen würden in Waldsassen die gesetzlichen Vorgaben erfüllt. Es seien dort aber Verbesserungen durch die Reduzierung der Duplizitäten im Versorgungsbereich möglich. Laut Gesetz sind die Anzahl der Rettungswachen so zu bemessen, dass Notfälle in der Regel spätestens zwölf Minuten nach dem Ausrücken eines „qualifizierten Rettungsmittels“ erreicht werden können.

 

Aufbauend auf den Zahlen lautete daher der Vorschlag, an der Rettungswache Mitterteich weiterhin einen Rettungswagen rund um die Uhr vorzuhalten. Darüber hinaus wurde empfohlen, im Bereich Pfaffenreuth/Wernersreuth einen zusätzlichen Stellplatz mit einem Rettungswagen täglich zwischen 8 und 20 Uhr zu etablieren. Nach entsprechender Streckenbefahrung und Auswertung hat die Leitung der Integrierten Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz im Einvernehmen mit der Ärztlichen Leiterin Rettungsdienst Dr. Gudrun Graf Wernersreuth als besser geeigneten Standort vorgeschlagen. Diese Ergebnisse waren bereits seit Oktober bekannt. Daher hatte die Stadt Waldsassen im Dezember auf ihre Kosten eine Detailanalyse erstellen lassen. Das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) führte eine Standortprüfung für mögliche Stellplätze in der Klosterstadt oder Wernersreuth durch. Letztendlich hielt es an der Empfehlung für Wernersreuth fest. „Wir dürfen nicht die gleichen Fehler wie damals machen“, erinnerte stellvertretender Verbandsrat und Bürgermeister Bernd Sommer an die Verlegung der Rettungswache von Waldsassen nach Mitterteich im Jahr 2016. Die Detailanalyse bevorzuge grundsätzlich weder Waldsassen noch Wernersreuth als Rettungswagen-Standort. „Von beiden kann die Versorgung für die Gemeinde Neualbenreuth wieder gesichert werden.“ Die Entscheidung für Wernersreuth hätte allerdings zur Folge, dass die Waldsassener Ortsteile Pechtnersreuth und Münchenreuth unterversorgt wären. Dies würde ein Vielfaches an Bürgern treffen als bei einem Standort in Waldsassen. In diesem Fall würde Altmugl (Ortsteil in Neualbenreuth) nicht in der Zwölf-Minuten-Frist erreicht werden.

 

Notarzt nicht immer vor Ort

Der Hinweis von Rast, dass die Klosterstadt ein Notarzt-Standort ist, wollte Sommer nicht gelten lassen. „Denn der Notarzt ist nicht immer von Waldsassen aus unterwegs.“ Diese Situation nicht zu hinterfragen, sei fahrlässig. Und auch eine Absicherung durch den Rettungswagen-Standort in Arzberg konnte der Bürgermeister nicht nachvollziehen. „Da bräuchte ich Zahlen, wie oft dieser schon ausgeholfen hat.“ Verbandsvorsitzender Andreas Meier und seine beiden Stellvertreter Kurt Seggewiß und Wolfgang Lippert machten in der anschließenden Diskussion aber deutlich, dass sie für Wernersreuth votieren. Dabei verwiesen sie auf die rechtliche Situation und die Zahlen des INM. „So wie sich die Zahlen für uns dargestellt haben, ziehen wir an einem knappen Tischtuch. Irgendwo bleibt immer ein Loch“, erklärte Thomas Bahlcke von der Regierung der Oberpfalz. Gerade Neualbenreuth sei bei der rettungsdienstlichen Versorgung seit Jahren ein Problem. Schließlich stimmte das zwölfköpfige Verbandgremium für den Standort Wernersreuth. Nur Sommer votierte dagegen. Schon ab 1. Oktober soll der Rettungswagen von Wernersreuth aus starten.