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Rettungswagen-Standort Wernersreuth: "Versorgungslücke geschlossen"

Meldung vom 12.08.2019 Die Johanniter haben den Zuschlag für den Betrieb des neuen Rettungswagen-Standortes in Wernersreuth erhalten. Jetzt wurde der Vertrag unterzeichnet und erklärt, wie es in den nächsten Monaten weitergeht.

Martin Steinkirchner, Regionalvorstand Ostbayern der Johanniter-Unfall-Hilfe, Bürgermeister Klaus Meyer, Landrat und stellvertretender ZRF-Verbandsvorsitzender Wolfgang Lippert sowie ZRF-Geschäftsleiter Alfred Rast (von links) erläuterten im Rathaus Neualbenreuth die Hintergründe zum neuen Rettungswagen-Standort Wernersreuth.
Die Tinte ist trocken

Seit der Verlegung der Rettungswache von Waldsassen nach Mitterteich Anfang 2016 hatte es immer wieder Diskussionen um die Einhaltung der Hilfsfrist in Teilen der Gemeinden Neualbenreuth und Waldsassen gegeben. Denn bei Notfalleinsätzen dürfen Rettungsdienste vom Zeitpunkt der Alarmierung bis zum Einsatzort maximal zwölf Minuten brauchen.

Das haben wir immer im Auge behalten, auch auf Drängen von Landrat Wolfgang Lippert“, erklärte Alfred Rast, Geschäftsleiter des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Nordoberpfalz, bei der Zusammenkunft im Neualbenreuther Rathaus. Vor allem im Raum Neualbenreuth habe es immer wieder eine Überschreitung der Zwölf-Minuten-Frist gegeben.

Verkehrlich gut angebunden

Der Zweckverband hatte sich daher nach einer Detailanalyse und einem Gutachten dazu entschlossen, einen zusätzlichen Rettungswagen in Wernersreuth zu stationieren. „Der Ort ist aus allen Richtung verkehrlich gut angebunden“, nannte Rast ein Kriterium. Mit Blick auf Waldsassen versprach er, auch weiterhin alle Zahlen und Strukturen zu überprüfen. „Unser Landkreis ist ab 1. Oktober wieder ein Stückchen sicherer“, freute sich Landrat Wolfgang Lippert. Damit schließe sich ein Kreis, „der schwer zu schließen war“, erinnerte er an einige Diskussionen. Lippert verhehlte nicht, dass die Entscheidung für die Johanniter als Betreiber überraschend war. Schließlich deckte bisher das Rote Kreuz den bodengebundenen Rettungsdienst im ganzen Zweckverbandsgebiet alleine ab.

Aber bei dem Punkteverfahren seien die Johanniter klar an erster Stelle gewesen. Rast betonte, dass alles gesetzmäßig abgelaufen sei. Außerdem stellte der ZRF-Geschäftsleiter klar: „Das war keine Grundsatzentscheidung, sondern eine Einzelentscheidung für das Auswahlverfahren Wernersreuth.“ Die Johanniter haben den Zuschlag für den Betrieb mit einer Laufzeit von fünf Jahren erhalten. Der Rettungswagen-Betrieb startet ab 1. Oktober. Die ersten Monate laufen im Interimsbetrieb. Dazu wurde eine Ferienwohnung in Wernersreuth angemietet. „Dort ist alles vorhanden, nur eine Garage fehlt“, erläuterte Martin Steinkirchner, Regionalvorstand Ostbayern der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Neues Gebäude

Ab Sommer 2020, spätestens aber ab 1. Oktober 2020, soll der eigentliche Standort direkt oberhalb des Friedhofs bezugsfertig sein. Dort wird ein neues Gebäude mit Sozial-, Schlaf-und Desinfektionsraum inklusive Garage gebaut.

Möglicherweise schaffen wir heuer noch den Spatenstich“, so Steinkirchner. Er betonte auch, dass seine Organisation im Rettungsdienst nicht unerfahren ist und verwies auf mehrere Standorte in der Oberpfalz und Niederbayern. „Das können wir.“ Auch sah er keinerlei Probleme bei der Zusammenarbeit mit anderen Anbietern. Der Rettungswagen-Standort wird täglich von 8 bis 20 Uhr mit zwei Personen besetzt sein. Bei den rund sechs Personalstellen kommen Männer und Frauen aus der Region zum Zug. „Das Auswahlverfahren ist im Gange und es läuft hervorragend. Es gibt genügend Bewerber“, verriet Frank Zirngibl, Rettungsdienstleiter der Johanniter. Der nagelneue Rettungswagen werde Ende August abgeholt und dann entsprechend bestückt. Bürgermeister Klaus Meyer sprach von einem guten Tag für seine Gemeinde. Einheimische, aber auch Urlauber seien ab Oktober nicht mehr unterversorgt. „Ich bin froh, dass diese Versorgungslücke endlich geschlossen ist.“ Und Herbert Putzer, Leiter der Integrierten Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz, freute sich, dass die Johanniter „jetzt auch Fuß bei uns gefasst haben“. Das Wichtigste sei aber, dass der Rettungswagen immer so schnell wie möglich beim Patienten sei.