ILS Nordoberpfalz ILS Nordoberpfalz ILS Nordoberpfalz

SenSiWEN bei der ILS Nordoberpfalz: Leitstelle nimmt täglich bis zu 400 Notrufe entgegen

Meldung vom 17.12.2019 "Es gibt nichts, was es nicht gibt", sagte Sarah Müller, Schichtleiterin bei der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz (ILS). Sie gab rund 20 Senioren in der Veranstaltungsreihe SenSiWEN Einblick hinter die Kulissen der Leitstelle.

"Es gibt nichts, was es nicht gibt", sagte Sarah Müller, Schichtleiterin bei der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz (ILS). Sie gab knapp 20 Senioren in der Veranstaltungsreihe SenSiWEN Einblick hinter die Kulissen der Leitstelle. "Viele denken, wir gehören zum BRK oder zur Feuerwehr", erklärte Müller, die auch für das Qualitätsmanagement zuständig ist. Die ILS ist im gleichen Gebäude wie das BRK in der Ulrich-Schönberger-Straße untergebracht. Sie gehört zum Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz, bestehend aus den Landkreisen Neustadt/WN, Tirschenreuth und der Stadt Weiden.

 

Damit ist die ILS zuständig für rund 230 000 Einwohner der nördlichen Oberpfalz. 350 bis 400 Notrufe nehmen die Disponenten täglich entgegen. Ungefähr 200 Einsätze entstehen jeden Tag aus diesen Notrufen. Zweidrittel davon sind Rettungs-, ein Drittel Feuerwehr-Einsätze. "So viele Großbrände wie in den letzten Monaten haben wir lange nicht gehabt", sagt die Schichtleiterin im Hinblick auf die Brandserien in und um Weiden.

 

Bei den Notrufen, die keine Einsätze auslösen, handle es sich zum Beispiel um mehrere Anrufe zur selben Sache, versehentliche Notrufe oder solche, die an den Bereitschaftsdienst weitergeleitet werden. "Oft ist es schwer, in den ersten Minuten herauszufiltern, ob es wirklich schlimm ist", so Müller. Nicht bei jedem Notruf handle es sich um ein lebensbedrohliches Ereignis. Sie erinnere sich zum Beispiel an den Anruf einer Mutter, deren Kind angeblich gerade sterbe. Doch es habe sich herausgestellt, dass es 37,5 Grad Fieber gehabt habe - kein Grund, 112 zu wählen.

 

In der Zentrale der ILS sitzt an sechs halbrunden Tischen je ein Mitarbeiter. Alle Tische bieten Zugang zu den selben Daten: Landkarten, die Eingabemaske für Notrufe, eine Liste offener Einsätze und verfügbarer Einsatzmittel. Eine Herausforderung sei vor allem die Weitläufigkeit: "Wir haben viel Fläche und vergleichsweise wenige Einwohner." Wichtige Unterstützung liefert der am Flugplatz Latsch stationierte Rettungshubschrauber Christoph 80. "Er ist in erster Linie ein Arztzubringer", so Müller. Deshalb seien häufig gleichzeitig Christoph 80 und Rettungswagen im Einsatz. Das bestätigte auch Robert Schmid, stellvertretender Leiter der ILS, der den Senioren in Latsch den Hubschrauber vorstellte. "Wir heben innerhalb von zwei Minuten nach Alarmierung vom Boden ab. In 80 Prozent der Fälle rücken wir aus, um den Notarzt schnell an den Einsatzort zu bringen." Er gab Einblick hinter die Kulissen der Luftrettung. "Alle Rettungshubschrauber fliegen ausschließlich auf Sicht", erklärte er. Ein Landeplatz werde daher aus der Luft gesucht und könne sich notfalls zwischen parkenden Autos am Supermarkt befinden.

 

ILS Nordoberpfalz: Die wichtigsten Kennzahlen

    Die ILS wurde im September 2012 eingeweiht und läuft heute mit 2,2 Millionen Euro Betriebskosten.

    In der Leitstelle arbeiten 45 Mitarbeiter im Schichtbetrieb.

    Die Disponenten können auf 900 Einsatzfahrzeuge zugreifen.

    Die meisten Einsätze finden hitzebedingt im Juli/August statt. In der Weihnachtszeit steigen Einsätze wegen Bränden.

    Die 112 ist die einheitliche Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr und die einzige Nummer, die immer besetzt und kostenlos ist.

    Der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist für nicht lebensbedrohliche Notfälle unter 116117 erreichbar.

    Der Rettungshubschrauber Christoph 80 fliegt mit einer Reisegeschwindigkeit von 250 km/h.