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Täglich 400 Notrufe für die Leitstelle

Meldung vom 09.03.2021 Im Notfall gibt es nur eine Nummer: 112. Und häufig folgt dem Anruf ein Einsatz wegen Corona, weiß ILS-Chef Jürgen Meyer. Zum Europäischen Tag des Notrufs stellt er sich den Fragen von Oberpfalz-Medien.

Wie wichtig ist die Notrufnummer 112 gerade in Coronazeiten? Jürgen Meyer, Leiter der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz, gibt zum Europäischen Tag des Notrufs am 11.2. Auskunft: Die Nummer sei immer „gleich wichtig“. Verändert habe sich vermutlich die Einstellung der Bürger: „Früher dachte vorallem die jüngere Bevölkerung, man brauche die Notrufnummer nicht. Und ihre Versorgung oder Absicherung mit Feuerwehr oder Rettungsdienst sei immer verfügbar. Durch die Pandemie zeigt sich nun, dass diese sichere Verfügbarkeit ein besonders hohes Gut ist, für das man etwas tun muss.“

Bis zu 400 Notrufe täglich gehen bei der Leitstelle ein. Wie oft die Nummer zuletzt genau gewählt wurde, gibt die ILS bei der Jahrespressekonferenz Ende Februar bekannt. Meyer: „Laut der Statistik ist aber keine wesentliche Änderung bemerkbar. Die Anmeldung von Lagerfeuern, Festivitäten oder auch die Schul- und Sportunfälle sind zwar im ersten Halbjahr 2020 deutlich zurückgegangen, dafür aber die schweren Notfalleinsätze im Zusammenhang mit CoViD wie Atemstillstand oder Krampfanfälle massiv gestiegen.“

Einfach mal reden

Zuletzt gab es einen Fall von Notrufmissbrauch: Ein 22-Jähriger, der in Weiden wohnt, hatte mehrfach die 112 gewählt, das Gespräch abrupt beendet und auf diese Weise die Leitung blockiert. Handelt es sich um eine Ausnahme oder nimmt so etwas in der Coronazeit, in der den Menschen eventuell langweilig ist, zu? Der ILS-Leiter: „Bisher können wir glücklicherweise keine Häufung von missbräuchlichen Notrufen feststellen. Die Zahl derer, die uns anrufen, weil sie einfach jemanden zum Reden brauchen, steigt jedoch. Eine unerfreuliche Entwicklung, da uns dies zusätzlich bindet. Diese Anrufer kommunizieren ihre Bedürfnisse aber klar und verstehen auch, wenn man den Anruf abbricht, um einen anderen Notruf anzunehmen.“

Jeder Missbrauch binde Ressourcen, also Personen und Einsatzmittel der Hilfsorganisationen. Aber vor allem auch die Person am Telefon. „Grundsätzlich ist unser aller höchstes Ziel dem Hilfeersuchenden zu helfen, ihn zu retten. In der Zeit, in welcher der Disponent sich aber in dem missbräuchlichen Telefonat befindet, kann er keine andere Tätigkeit übernehmen. Keine weiteren Notrufabfragen, kein Funkgespräch führen oder aber auch keine Telefonreanimation durchführen“, erklärt Meyer. Notrufe würden nicht alle nach-einander bei einer ILS ankommen. „Diese Anrufe treffen oftmals zeitgleich und geballt ein, dann gilt es jedem so schnell als möglich zu helfen. Mit der unnötigen Bindung durch einen missbräuchlichen Anruf könnte ein echter Notruf durchs Raster fallen. Deshalb wird der Missbrauch von Notruf strikt verfolgt.“

Kuriose Anrufe

Mitunter ersetzt der Notruf versehentlich gar das Navi: „Immer wieder kam es während der Pandemie vor, dass sich Spaziergänger in irgendwelchen Waldgebieten verlaufen haben und nicht mehr nach Hause fanden. Mit diesen Personen haben wir zum Teil über Stunden immer wieder telefoniert, bis wir sie herauslotsen konnten. Meist allein durch telefonische Unterstützung.“ Der kurioseste „Hosentaschenanruf“ (unbeabsichtigte Tastenwahl), „vermutlich während sich drei Personen ihren sexuellen Gelüsten hingaben“, antwortet Meyer. „Lustig anzuhören, da die drei nicht nur von der ILS mitgehört wurden. An-scheinend gab es mehrere Gäste oder unliebsame Beobachter. Die zwei Männer und eine Frau aus dem Landkreis Tirschenreuth hatten jedenfalls mächtig Spaß und ordentlich miteinander zu tun. “Im Jahr 2020 zählte die ILS etwa 623 Hosentaschenanrufe pro Monat, 21 pro Tag. Darunter fallen aber auch Anrufer, die sich verwählt haben.

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